Was sind Phytohormone

Phytohormone ohne Risiko bei Behandlung von Wechseljahresbeschwerden

Phytohormone
Jüngsten Untersuchungen zufolge warnen Experten Frauen in den Wechseljahren vor einer unkontrollierten Einnahme von Hormonen. Langfristiger Einsatz von Hormonpräparaten gegen klimakterische Beschwerden erhöht, wie Kritiker vermuten, das Risiko der Frauen an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Diese Annahme trifft jedoch nicht auf Medikamente zu, die pflanzliche Hormone (Phytohormone) enthalten.

Solche Medikamente auf pflanzlicher Basis spielen in der Frauenheilkunde eine zunehmend bedeutsame Rolle. Ihr besonderer Vorteil: Sie sind weitgehend frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Die sogenannten Phytohormone sind Wirkstoffe, die auf den menschlichen Hormonstoffwechsel eine ähnlich regulierende Wirkung ausüben wie körpereigene Hormone. Zu den wichtigsten Pflanzen mit solchen Wirkungen zählt Soya, Wild Yam, Rotklee, Hopfen und Traubensilberkerze.

Die östrogenähnliche Wirkung von Cimicifuga-Extrakten konnte in den letzten Jahren durch intensive zellbiologische, tierexperimentelle und klinische Forschung belegt werden. Die natürlichen Östrogene dieser – aus dem Arzneischatz der Indianer Nordamerikas stammenden – Heilpflanze beeinflussen günstig die typischen Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen. Das ergab eine große, multizentrische Verlaufsstudie der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Bei 70 bis 80 Prozent der über 600 untersuchten Frauen trat nach Einnahme von Cimicifuga-Extrakten eine deutliche Besserung, beziehungsweise ein völliges Verschwinden der klimakterischen Symptome ein (Quelle: Sexualmedizin 3/1999).

Auch bei Menstruationsstörungen junger Frauen und bei der Behandlung von Regelschmerzen kommen solche Präparate erfahrungsgemäß mit Erfolg zum Einsatz, ohne den Körper unnötig zu belasten.

Progesteron ist im Körper der natürliche Gegenspieler zum Östrogen. Wenn Östrogen im Körper natrium- und wasseranziehend, blutdrucksteigernd und Brustkrebsrisikofördernd wirkt, so ist bei Progesteron das Gegenteil der Fall. Progesteron ist das schwangerschaftserhaltende Hormon und ist in der Natur weit verbreitet. So findet sich Progesteron nicht nur in der Mistel, sondern u.a. auch in Soja und im Fenchel und in grossen Mengen in der mexikanischen Yam Wurzel, aus der das Hormon industriell gewonnen wird. Dieses “natürliche” Progesteron ist mit dem in unserem Körper völlig identisch.

Die "Wechseljahre" beginnen mit einem Progesterondefizit. Viele Beschwerden sind weniger auf einen Östrogen-, als vielmehr auf einen Progesteronmangel zurückzuführen. Wasserstau, Venenprobleme und Depressionen gehören dazu wobei Hitzewallungen dem Östrogenabfall zugeschrieben werden. Hitzewallungen lassen sich aber trotzdem mit natürlichem Progesteron therapieren, weil Progesteron körperintern die Östrogensynthese ankurbelt - Progesteron ist der Vorläufer des Östrogens, aber auch die Östrogenrezeptoren stimuliert. Aus Progesteron entsteht aber auch Kortison, das entzündungshemmend wirkt und somit bei Weichteilrheuma einen positiven Effekt aufweist.

Es ist also sinnvoll, Menopausebeschwerden vorerst nur mit “natürlichem” Progesteron, das im Gegensatz zu “künstlich hergestelltem zudem keine Nebenwirkungen aufweist, zu behandeln. In den meisten Fällen ist ein Östrogenzusatz dann gar nicht mehr notwendig. Würde man einer Frau, die nur einen Mangel an Progesteron aufweist, eine der geläufigen “Wechseljahrmischungen” aus Östrogenen und künstlichen Progesteronen verordnen, so würde man ihr einen Bärendienst erweisen. Zu den alten Beschwerden kämen unter Umständen neue Befindlichkeitsstörungen wie Gewichtszunahme, Brustspannen und depressive Verstimmungen hinzu. Östrogene beeinträchtigen die Aktivität der Schilddrüsenhormone und stimulieren so eine Unterfunktion. Eine solche “Hypothyreose” kann sich in Müdigkeit, Beeinträchtigung der Libido und Kopfschmerzen ausdrücken. Progesteron als Gegenspieler des Östrogens normalisiert die Schilddrüsenfunktion wieder und trägt so zu einer besseren Gewichtskontrolle bei.

Bei Frauen ist die Knochenmasse Mitte 30 am höchsten. Bis zur Menopause nimmt die Knochenmasse langsam und allmählich ab und beschleunigt sich dann wieder für einige Jahre. Eine Östrogentherapie verlangsamt das Fortschreiten der Osteoporose, kann sie aber weder verhinden noch den Prozess umkehren. Das heisst, Östrogene verringern das Tempo des Knochenabbaus, regen aber die Neubildung in der Regel nicht an. Progesteron dagegen stimuliert die knochenaufbauenden Zellen, die sog. “Osteoblasten”, und führt damit zu Neubildung von Knochen. Mitte 30, wenn bei der Frau der Knochenabbau einsetzt, ist der Östrogenspiegel noch voll erhalten, während dem der Progesteronspiegel bereits ins Wanken gerät. Das lässt die Vermutung zu, dass das Progesteron der Hauptschuldige ist an der Osteoporose und weniger das Östrogen.

Nach der Menopause sind Frauen durch die Trockenheit in der Scheide vermehrt Entzündungen im Genitalbereich ausgesetzt. Antibiotika helfen da nur kurzzeitig und sollten nur im Notfall abgegeben werden. Die Ursache liegt in einem Verlust an Abwehrkraft infolge Hormonmangels. “Natürliches” Progesteron in die Scheide eingeführt beseitigt nebenwirkungsfrei die Trockenheit und bessert die Schleimhäute nachhaltig. Reizblasenbeschwerden verschwinden schon nach kurzer Zeit. Blasenentzündungen treten nur noch selten auf und – die sexuelle Lust, die Libido, weicht dem Frust. “Progesterondominante” Frauen, so darf man sagen, sind sexuell aktiver, leiden weniger an Übergewicht, wirken ausgeglichener, leiden kaum an Menopausebeschwerden oder Knochenschwund und sind allgemein von gesundem Aussehen. Wer dies nicht glaubt, der reise zu den Trobriandeninsulanern, deren Kost einen reichen Anteil an Yamswurzeln aufweist. Weltweit ist die Yamswurzel der Progesteronspender und wird eigens zu diesem Zweck angebaut.

Viele Pflanzen produzieren Progesterone und auch Östrogene. Völker, deren Ernährung reich an frischen Gemüsen ist, kennen Progesteronmangel nicht. Während dem Klimakterium bleiben sie dank diesen pflanzlichen Hormonen vor Wechseljahrbeschwerden und Knochenschwund weitgehend verschont. Unsere denaturierten Lebensmittel weisen einen deutlich reduzierten Vitamin- (vor allem Vitamin C) und Hormongehalt auf. Mit unserer modernen Ernährung erhalten wir die progesteronhaltigen Substanzen nicht mehr.

Aktuelles Thema: Phytoöstrogene

Der Hormonmangel in den Wechseljahren lässt eine Reihe von Alterungs-prozessen schneller ablaufen, Osteoporose, Herzinfarkt und Alzheimer sind typische Folgen. Vermeidbar sind diese durch eine Hormon Replacement Therapie, doch aus Angst vor Nebenwirkungen wird diese noch von zu wenigen Frauen wahrgenommen.

Doch nun gibt es eine absolut sichere Alternative zu "richtigen" Hormonen: die Phytoöstrogene.

Zur Erzielung eines guten Schutzeffektes auf Knochen, Blutfette und Herz sind insbesondere Phytoöstrogene aus Soja und Rotklee effektiv. Diese wirken gezielt auf die Östrogenrezeptoren und schützen dadurch vor Osteoporose und Herzinfarkt, während sie am Östrogenrezeptor Typ a (an Brust und Gebärmutter) wie Antiöstrogen wirken und dadurch vor Brust- und Unterleibskrebs schützen.

Übersicht über einige hormonell wirksame Pflanzen

Damiana (Turnera aphrodisiaca)
Allgemeines und sexuelles Tonikum der Maya; Tee oder Extrakte regen Eisprung und Libido an (östrogenähnliche Wirkung).
Anwendung: Pflanzenpulver Kapseln

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
Wirkt gestagenartig
Anwendung: Tee

Ginseng (Panax ginseng)
Allgemeines und sexuelles Tonikum mit leicht östrogenartiger Wirkung.
Anwendung: Extrakt in Kapseln

Granatapfel (Punica granatum)
Enthält im Samen Östron
Anwendung: spagyrische Essenz

Hopfen (Humulus lupulus)
Zubereitungen aus frischen Hopfenzapfen wirken östrogenähnlich; dämpfen den Geschlechtstrieb von Männern und steigern die Libido bei Frauen.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Eine sehr wichtige Pflanze zum Ausgleich des Progesteronmangels.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln

Maca (Lepidium meyeni)
Fruchtbarkeitfördernd, sowie bei PMS und Klimakterium
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln

Muira Puama (Richera grandis)
Sexuelles wirksames Tonikum mit leicht östrogenartiger Wirkung.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln

Raute (Ruta graveolens)
Die östrogenartige Wirkung; dämpft ähnlich wie Hopfen den Geschlechtstrieb der Männer und steigert den der Frauen.
Anwendung: spagyrische Essenz

Rotklee (Trifolium pratense)
Die östrogenartige Wirkung verhindert die Symptome der Wechseljahre
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln

Salbei (Salvia officinalis)
Wirkt östrogenartig und schweißhemmend.
Anwendung: Tee und Pflanzenpulver Kapseln

Soja (Phytosoja)
Wirkt östrogenartig, grosse Mengen Isoflavone
Anwendung: Pflanzenpulver Kapseln

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Meistgebrauchte Heilpflanze mit östrogenartiger Wirkung.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln

Yamswurz (Dioscorea macrostachya)
Enthält das Steroidsaponin Diosgenin, das früher für die Pille isoliert wurde. Dioscorea zählt zu den ayurvedischen Heilmitteln bei Sexual- und Hormonproblemen.Bei durch Gelbkörpermangel bedingten Leiden (z.B. Dysmenorrhoe) wird Natural Yams-Vaginalcreme oder Phytoöstrogen-Creme empfohlen.
Anwendung: Pflanzenpuver in Kapseln oder in Cremeform.